Internationale Projekte

Im internationalen Bereich hat der SI Club in Coburg in der Vergangenheit insbesondere zwei wichtige Bereiche verfolgt:

 

1. Unterstützung des Asante e.V. sowohl durch die direkte Unterstützung des Häkelprojektes in Tiwi als auch durch das Projekt "Wasser für Chugor"

2. Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung

 

Aber auch andere Themen - allgemein oder Einzelschicksale - benötigen Unterstützung und SI Coburg versucht, Projekte zu finden, die einen Unterschied machen und gleichzeitig die Chance besitzen, erfolgreich zu sein.

Die EinDollarBrille

Seit Juni 2015 hat SI Coburg eine Spendenbox des 2012 gegründeten Vereines EinDollarBrille e.V. übernommen und diese bereits mit gutem Erfolg bei Veranstaltungen - wie zum Beispiel der Podiumsdiskussion zum Thema Industrie 4.0 - eingesetzt. Die Vision des Vereins ist es, 150 Millionen Menschen, die sie benötigen, sie sich aber nicht leisten können, mit einer Brille zu versorgen. Die einfache Brille ist für einen Materialpreis von 1US-Dollar herstellbar und wird heute bereits in 9 armen Ländern für 2-3 lokale Tageslöhne angeboten. Die Brillen werden vor Ort im Rahmen von Hilfe-zu-Selbsthilfe-Projekten angemessen und hergestellt.

Prothesen für Erika

Die junge Erika hat nach dem Absterben eines ungeboren Kindes eine schwere Sepsis erlitten und verlor durch die im folgenden notwendigen Amputationen beide Hände und Füsse. SI Coburg hat sich an dem Unterstützungsprojekt beteiligt, das Erika eine angemessene Behandlung und passende und funktionierende Prothesen verschafft hat. Im Juni 2015 ist das Projekt glücklich und erfolgreich abgeschlossen worden.

Wasser für Chugor

Dieses Projekt wird von mehreren SI-Clubs Deutschlands gemeinsam unterstützt in Kooperationspartnerschaft mit Asante e.V. einem gemeinnützigen Verein zur Förderung von Schulkindern in Kenia mit Sitz in Bayreuth. Christine Rottland, Ehrenvorsitzende und Gründerin von Asante e.V., die in Kenia lebt, und ihr Team sind verlässliche und ständige Ansprechpartner http://asante-ev.org/projekte/schulprojekt-chugor-nordwestkenia/. Kosten werden effektiv durchkalkuliert und wir werden in regelmäßigen Abständen über die Entwicklung des Projektes unterrichtet.

Geografische Lage und Ökonomisches Umfeld

Chugor liegt im Regierungsbezirk Elgeyo-Marakwet im Hochland von Kenia - Rift Valley Provinz. Die Einwohner leben von Landwirtschaft, Viehhaltung. Wassermangel in den Dürremonaten (Schulferien) führt zu armutsbedingten regelmäßigen Viehdiebstählen.

Die staatliche Grundschule Chugor Primary wanderte aus dem Tal, in dem die Menschen wohnen, auf die Hänge des Rift Valley (Großer Graben) in c. 2000 m Höhe, damit bei den regelmäßig stattfindenden Viehüberfällen im weiten Tal kein Kind gefährdet wird.  Die Lehrkräfte haben zusammen mit den Eltern eine Grundschule geschaffen, deren Erfolge weit und breit ihresgleichen sucht. Damit Kindern der Besuch an dieser Grundschule ermöglicht wird, verkaufen Eltern wenn nötig ihren gesamten Viehbestand. Der Wert von Schulausbildung hat die gesamte Region erreicht. Die Schule besuchen mittlerweile zwischen 900 und 1000 Schüler. Das angeschlossene Internat beherbergt ausschließlich Mädchen, momentan weit über 700.

Soziales Umfeld

Es wird geprägt von zwei Ethnien: Pokot und Marakwet. Das Volk der Marakwet praktiziert Female Genital Mutilation FGM als kommunales Ereignis zu einer bestimmten Zeit in einer bestimmten Gegend während der Schulferien. Bereits vor vielen Jahren wurden Schülerinnen und Eltern von Benediktinerinnen über die seelische und gesundheitliche Problematik bedingt durch FGM aufgeklärt. Eltern Lehrer und Schülerinnen wollen keine Genitalverstümmlung. Um sich dem Druck der Communities zu entziehen, bleiben die Mädchen in den Ferien im Internat.

Ausgangssituation und neuere Entwicklung

Bisher war die Versorgung der Schülerinnen im Internat durch Trinkwasser und Eigenanbau von Obst und Gemüse gesichert. Durch den Klimawandel in Kenia mit längeren Trockenzeiten ist die Wasserversorgung nicht mehr möglich. In Trockenzeiten fehlt Wasser. Es gibt keine befahrbare  befestigte Straße zur Schule Eltern tragen das Wasser in Kanistern aus dem Tal zur Schule. Das führt zu Wasserrationierung bei der Körperpflege: nur waschen nicht mehr duschen und zur Schließung der Schule bei extrem langer Dürre. Bei Schließung der Schule während der Ferien müssen die Mädchen zurück in ihre Dörfer mit den oben geschilderten Folgen. Beschnittene Mädchen werden verheiratet ein weiterer Schulbesuch wird zumeist als nicht für erforderlich gehalten.

Planung

Trinkwasser für die Grundschule Chugor Primary und für das angeschlossene Internat Quelle c. 2 km über dem Internat Gesamtkosten 15 000 € -17 000 €.

Wasserleitungsbau und Wasserreservoir
Sanitäre Einrichtungen: Duschen, Toiletten, Küche

Stand der Entwicklung

Bislang konnte durch das Spendenaufkommen die Wasserleitung verlegt und das erste von vier Internatsgebäuden an die Wasserleitung angeschlossen werden. (Stand Januar 2014)

Neben unserem Club haben sich folgende weitere SI-Clubs für Wasser für Chugor engagiert: die Clubs der Region Düsseldorf, Forchheim, Haan, Kaarst, Stuttgart und Wiesbaden. Auf dem SI Europakongress in Berlin wurde dieses Projekt über einen Verkaufsstand unterstützt. Spenden an unseren Förderverein sind jederzeit unter dem Stichwort "Wasser für Chugor" willkommen.

(Elisabeth Meisinger)

 

Unterstützung für den Asante e.V. in Tiwi / Kenia - Patenkinder und das Häkelprojekt

Seit einigen Jahren unterstützt der SI Club Coburg aktiv den Verein Asante e.V., der sich Förderung von Schulkindern in Tiwi – Kenia zum Ziel gesetzt hat. Informationen zu dem Verein können auch auf dessen Website asante-ev.org eingesehen werden.

 

Im Jahre 1998 ist die Familie Rottland nach Kenia gezogen, um dort jedes Jahr einige sonnige Monate im Winter zu verbringen. In ihrer neuen Heimat in Tiwi, etwa 20km südlich von Mombasa, lernten sie jedoch die schwierigen Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung kennen: viele Analphabeten, hohe Arbeitslosigkeit und mehr als zwei Drittel mit einem Lebensstandard unter der Armutsgrenze.

 

Dank der großen Initiative von Frau Rottland wurde der Verein Asante gegründet, der es heute Kindern und lokalen Familien ermöglicht, in menschenwürdigen Umständen zu leben und insbesondere mit den gehäkelten Asante-Engeln ein eigenes und regelmäßiges Einkommen zu erarbeiten.

 

Unterstützung über Patenschaften – die Kosten liegen im Bereich 200-300€ pro Jahr für unterschiedliche Patenschaftsansätze oder Spenden zur Unterstützung der Frühstücksversorgung von mittlerweile über 2.300 Schulkindern oder für den Bau von Gebäuden und einer stetig funktionstüchtigen Wasserversorgung werden dringend benötigt.

 

Der SI Club Coburg hat mittlerweile fünf Patenkinder, die Patenkinder aus der privaten Unterstützung von Helga Brachmann und Elisabeth Meisinger mit eingerechnet und unterstützt regelmäßig bei Baumaßnahmen. Die Asante-Engel gibt es auch direkt bei uns.

Im Sommer 2013 hatte Helga Brachmann die Gelegenheit, persönlich nach Asante zu reisen und dort die erfolgreiche Arbeit, die zum großen Teil nur durch Spendengelder und den persönlichen Einsatz von Frau Rottland, gemacht werden kann, zu sehen. Die Bilder hat sie uns für die Website nach dem Besuch dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt.

(Helga Brachmann)

 

 


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