Kleine Geschichte des Soroptimist-Kunstpreises für bildende Künstlerinnen in der Europäischen Metropolregion Nürnberg

Im Jahr 2012 fanden sich fast 2000 Frauen aus über 50 Ländern auf dem 20. Kongress von Soroptimist International Europa (SIE) im Juli in Berlin zusammen – und sie waren begeistert! Es herrschte Aufbruchsstimmung und eine überaus herzliche, internationale Atmosphäre. Auch aus Mittelfranken waren viele Clubschwestern angereist und nahmen den Elan nach Hause mit. Zusammen mit der damaligen Bezirkspräsidentin wollten sie insbesondere die Zusammenarbeit der benachbarten Clubs in der Region stärken. Während die Statuten von Soroptimist International (SI) eine gemeinsame Grundlage bilden, bleibt man doch in vielen Clubs meist unter sich. Das heißt wertvolle Erfahrungen und Initiativen ergänzen sich nicht wirkungsvoll, die Außenwirkung ist gering, und die Chance, gleichgesinnte Frauen kennenzulernen, wird nicht ausgeschöpft. Zudem fehlt den einzelnen Clubs oft die Kraft zu größeren Projekten.

Nun also trafen sich regelmäßig Delegierte aus mehreren Clubs der Region und diskutierten über einen gemeinsamen programmatischen Nenner . Wir erwogen verschiedene regionale Schwerpunktthemen wie z.B. Biologische Landwirtschaft oder Mädchenausbildungsthemen. Schließlich votierten wir aber gemeinsam dafür, uns für unsere regionalen bildenden Künstlerinnen einzusetzen, um ihnen die gebührende Aufmerksamkeit, Anerkennung und auch eine finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen. Der SI-Kunstpreis für Künstlerinnen in der Europäischen Metropolregion Nürnberg (EMN) war geboren!

Nun bedurfte es eines langen Atems und intensiver Netzwerkarbeit, um den Kunstpreis zu gestalten. Die Präsidentinnen und Delegierten der Clubs Nürnberg und Erlangen legten sich 2013-2015 ins Zeug, um den Kunstpreis bekannt zu machen und zu finanzieren. Schon 2013 konnte die Geschäftsführung der Europäischen Metropolregion Nürnberg für unsere Idee gewonnen werden; sie ist dem soroptimistischen Kunstpreis bis heute aktiv verbunden. Die Einsicht, dass man regional besser zusammenarbeiten muss, um ökonomische und ökologische Ziele auch und gerade in einer intensiven Globalisierungsphase zu erreichen, hatte sich in den Nullerjahren europaweit durchgesetzt. Die EMN Nürnberg war entstanden. Sie hat sich als Vision und Verstärker regionaler Kooperationen überaus bewährt. Die heutige Situation der Corona-Pandemie als bisher größte gesellschaftliche Krise dieses Jahrhunderts weltweit belegt den Mehrwert regionaler Netzwerke noch deutlicher. Gute Kenntnis voneinander und ein synergistisches, ressourcenschonendes Zusammenarbeiten rüsten uns für die Zukunft, in der die sich immer deutlicher abzeichnende Krise der Erderwärmung unser Zusammenleben in der Region noch mehr herausfordern wird. Unser Anliegen des freundschaftlichen, kompetenten und empathischen Wirkens im Kreis der Soroptimistinnen soll und wird dem gerecht werden. Der SI Kunstpreis fördert also nach außen unsere Künstlerinnen und nach innen unser Zusammenleben.

Aus diesem Grund haben die Kunstpreis-Delegierten der teilnehmenden SI Clubs in der Region sich nun auch entschlossen, die Bewerbungen um den Kunstpreis nicht mehr an den eigenen Club zu binden, sondern den Preis clubübergreifend auszuloben. Wir wollen kooperieren, nicht konkurrieren. Es bleibt aber bei der regionalen Verankerung:

Bewerberinnen müssen in unserer Region leben und arbeiten und sie müssen einen akademischen Abschluss als Künstlerinnen nachweisen können.

Der seit 2015 im zweijährigen Turnus vergebene SI Kunstpreis für bildende Künstlerinnen in der EMN wurde inzwischen dreimal verliehen. Die bisherigen Preisverleihungen, jeweils in festlich-fröhlichem Rahmen, wurden ausgerichtet vom SI Club Nürnberg, SI Club Forchheim und SI Club Würgau-Fränkische Schweiz. Mit den Preisträgerinnen Aldona Kut (2015), Kathrin Hausel (2017) und Jasmin Schmidt (2019) konnten wir junge Künstlerinnen auszeichnen, die sich bei der Jury gegen viele andere Bewerberinnen durch ihre Kreativität und Originalität behaupten konnten. Der Preis ist inzwischen mit 5000.- € dotiert, was ihn auf der Bühne der deutschen Kunstpreise deutlich sichtbar macht. Zur Qualität des SI-Kunstpreises trägt auch die Besetzung der Jury bei, in der neben den Delegierten der teilnehmenden Clubs drei unabhängige Kunsthistorikerinnen sowie die jeweils letzte Preisträgerin ehrenamtlich als Fachjurorinnen mitwirken. Sie bringen ihre Sachkompetenz und Erfahrung ein und haben daher einen wesentlichen Stimmenanteil in der Jury.

Die vierte Preisverleihung gestaltet der Club Fürth. Sie findet voraussichtlich im Oktober 2021 statt.

Von Ursula Hahn , 25.1.2021

SI-Kunstpreis der Metropolregion für bildende Künstlerinnen als regionales Projekt

Seit 2015 vergeben die SI Clubs Bamberg Kunigunde, Bamberg Wilde Rose, Erlangen, Forchheim-Kaiserpfalz, Nürnberg, Würgau-Fränkische Schweiz und seit 2017 auch die SI Clubs Fürth, Hof und Coburg gemeinsam alle zwei Jahre den „SI-Kunstpreis der Europäischen Metropolregion Nürnberg“. Mit den ausgezeichneten Preisträgerinnen Aldona Kut (2015), Kathrin Hausel (2017) und Jasmin Schmidt (2019) konnten wir junge Künstlerinnen auszeichnen, die die Fachjury mit ihrer Kreativität und Originalität überzeugen konnten. Zu diesem ehrenamtlichen Gremium gehören drei unabhängige Kunstsachverständige, Delegierte der teilnehmenden SI Clubs sowie die jeweils letzte Preisträgerin. Der SI-Kunstpreis ist inzwischen mit 5.000 Euro dotiert, was ihn auf der Bühne der deutschen Kunstpreise deutlich sichtbar macht. Im Oktober dieses Jahres wird die vierte Preisverleihung stattfinden, die der SI Club Fürth gestalten wird.

SI Kunstpreisverleihung 2015

2015 fand im Festsaal des DB-Museums in Nürnberg mit der Verleihung des Preises an ALDONA ROZA KUT die feierliche Premiere der Verleihung des SI-Kunstpreises statt.

Es war sicher ein großer Moment für Aldona, als sie am 15.10.2015 den Preis und die Urkunde entgegennehmen konnte. Dass die vom Club Nürnberg nominierte Künstlerin den mit 4.000 € dotierten Preis erhielt, erfüllte die Nürnberger Clubschwestern mit besonderem Stolz.

Es war eine sehr schöne Feier, bei der Präsidentin Jutta Knöchel eine bewegende Rede hielt, Dr. Christa Standecker von der EMN in ihrem Grußwort mit erschütternden Daten zur Situation von Künstlerinnen aufwartete, Katrin Rieß von SI München 2002 als Mentorin des Projekts Interessantes beitrug und schließlich Thomas Heyden in seiner großartigen Laudatio Aldona Kuts Arbeitsweise buchstäblich vor den Blicken der Gäste entfaltete. Dass die Feier musikalisch von „3 im Weckla“ begleitet wurde, sorgte angesichts des Veranstaltungsorts auf besondere Art für Lokalkolorit.

Das großzügige Raumangebot ließ es zu, dass die Clubschwestern aus den beteiligten sieben Clubs (Amberg-Sulzbach, Bamberg – Kunigunde, Bamberg – Wilde Rose, Forchheim – Kaiserpfalz, Erlangen, Nürnberg, Würgau – Fränkische Schweiz) und die Gäste vor und nach der Preisverleihung ins Gespräch kamen und dass an einer Wand im Treppenhaus eine Projektion einiger Arbeiten der Preisträgerin stattfinden konnte.

Ein weiteres Highlight und den Schlusspunkt des Abends bildete eine von Aldona Kut entwickelte Tanzperformance im Eingangsbereich des Museums.

Damals gab es noch kein Booklet mit ausgewählten Werken der preisgekrönten Künstlerin, sondern nur einen bebilderten Flyer mit Informationen zur Künstlerin und zur Veranstaltung.

 Zur Ausrichtung der nächsten Preisverleihung, die im Oktober 2017 stattfinden sollte, erklärte sich der Club Forchheim-Kaiserpfalz bereit.

Text und Bilder: Edith Viezens-Kleinert

SI Kunstpreisverleihung 2017

2017 konnte die Fürther Künstlerin KATHRIN HAUSEL in der Kaiserpfalz in Forchheim den Preis entgegennehmen.

Mittlerweile hatten sich mit Coburg und Fürth zwei weitere Clubs dem Projekt angeschlossen, so dass nun insgesamt neun Clubs gemeinsam den SI Kunstpreis vergaben. Zu dem Preisgeld von 4.000 € gab es für die beteiligten Clubs und vor allem für die Künstlerin selbst erstmals ein Booklet mit ausgewählten Arbeiten der Preisträgerin, und es wurde auch ein Set mit Postkarten bereitgestellt, auf denen je eine Arbeit aller nominierten Künstlerinnen abgedruckt war. Am Abend der Preisverleihung konnten im Festsaal einige kleinere Arbeiten der Preisträgerin im Original betrachtet werden.

Zur Ausrichtung der dritten Runde des SI Kunstpreises hat sich der Club Würgau – Fränkische Schweiz bereit erklärt.

Text und Bilder: Edith Viezens-Kleinert

SI Kunstpreisverleihung 2019

2019 wurde JASMIN SCHMIDT in Schloss Sassanfahrt mit dem SI Kunstpreis ausgezeichnet.

Inzwischen hatte sich noch der SI Club Hof dem Projekt angeschlossen, so dass nun insgesamt zehn Clubs den SI Kunstpreis vergaben. Das Preisgeld wurde auf 5.000 € erhöht, und auch diesmal gab es für die beteiligten Clubs und vor allem für die Künstlerin ein Booklet mit ausgewählten Werken.

Eine Ausstellung von Arbeiten der Preisträgerin in Schloss Sassanfahrt konnte leider nicht realisiert werden. Aber da Harriet Zilch zu ihrer Laudatio eine Powerpoint-Präsentation ausgewählter Arbeiten der Preisträgerin lieferte, konnten sich doch alle Anwesenden ein gewisses Bild von ihrem Schaffen machen.

Die Ausrichtung der vierten Runde des SI Kunstpreises hat dankenswerterweise der Club Fürth übernommen.

Text und Bilder: Edith Viezens-Kleinert


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